Dienstag, 16. September 2008

Deutsche Puenktlichkeit in China

Aus dem gestrigen Tag haben wir natuerlich gelernt, heute sollte es frueh losgehen. Die erstandenen Tickets Peking-Chengde (eine Sommerresidenz der spaeten Kaiser) wiesen 6.30 Uhr aus. (Ok, der wahre Grund war, es gab keine Anderen) Um 6.15 im Bahnhof, 10 min bei McD zum fruehstuecken, waren wir puenktlich um 6.28 am "Gate" (Vom Gate aus wird man zum Gleis vorgelassen, ist hier etwas anders als bei uns.) Nur hatten wir nicht mit der Puenktlichkeit der Chinesen gerechnet, die uns kurzerhand erklaerten, der Zug sei schon weg. Weder hartnaeckiges Nachfragen noch panisches Hin- und Herrennen halfen. Dumm gelaufen, Zug verpasst. Aber, wir haben doch einen Lonely Planet. Wo faehrt der Touristenbus ab? Rucksaecke auf, Ubahn-Tickets gekauft, hin da. Nochmal Dumm gelaufen, der Lonely Planet liegt falsch, wenn er meint, dass die Touristenbusse auch Freitags fuehren. Sie fahren nur Sa und So. Weiter gehts, wo fahert der Linienbus? Ah, ganz im Osten (gar nicht so weit weg von Nicoles Wohnung, in der Wir vor ca. 3h gestartet waren...) Aller Guten Dinge sind drei, dieser Versuch hat geklappt. Puenktlich um 2 oder so waren wir in Chengde, wurden gleich von einer Horde Hotelverkauefer uebers Ohr gehauen, aber wir hatten ein halbwegs nettes Hotel zu einem halbwegs vertretbaren Preis. Super Zimmer, das Klo war nur durch eine Milchglaswand vom Bett getrennt. Sehr kommunikativ.
Da ein Grossteil unseres Chengde-Tages schon vorueber war (morgen sollte es zur Mauer gehen) sind wir gleich in die ueberteuerte Palastanlage. Bemerkenswert waren der Raum in dem einer der Kaiser die Knebelvertraege mit den Europaeren (Stichwort Opiumkriege) unterzeichnet hat und "the former address of the Emperor's toilet". Dafuer hat der dahinterliegende Park mit vielen kleinen Seen, Pavillons und der ein oder anderen ruhigen Ecke doch fuer den permanenten chinesischen Geraueschpegel entschaedigt. Und Super-Wetter hatten wir auch wieder. Uebrigens war das auch in Peking ganz gut. An den ersten Tagen noch etwas versmogt waren die folgenden Tage von strahlendem Sonnenschein gepraegt. Untypisch. Da hat die Zwangsschliessung von Fabriken im Umkreis von Peking wohl doch funktioniert.
Auf dem Rueckweg zum Hotel haben wir die Chinesen bei einer ihnen sehr lieben Beschaeftigung beobachten koennen, dem Abendtanz in irgendeinem Park. Man sieht sie oefter in 2-er Paerchen oder in Formation zu chinesischem Singsang oder oesterreichischem Walzer dahinwiegen, immer in Gruppen von bis zu 50 Leuten. Da kommt man immer gleich ins Gespraech, und wenn unsereiner da mitmachen wuerde, waeren wir schnell DAS Gespraechsthema im Ort. Zum Glueck kann man das Auf-die-Fuesse-treten so anschaulich auch ohne chinesisch-Kenntnisse demonstrieren. Ausserdem gabs auf Weg noch einen auf einem Fahrrad montierten Kirmes-Schiessstand zu sehen, das wird dann mit den bald folgenden Bildern nachvollziehbar.

Chengde

Keine Kommentare: