Mittwoch, 10. September 2008

Heilige Huegel und Belastende Busfahrten

Jetzt haben wir schon eine ganze Weile nichts mehr von uns hoeren lassen... Nutzen wir die Tatsache, dass ich die Anderen gerade in Beijing verloren habe doch fuer was Produktives, einen kleinen Reisebericht. Die muessten eigentlich gerade irgendwo Pekingente schmausen, im verabredeten Restaurant waren sie auf jeden Fall nicht. :-(

Nunjut, nehmen wir den Faden in TaiShan auf. Am Sonntag war der Aufstieg auf den 15xx m hohen heiligen Berg geplant, eigentlich auch mal wieder mit Fruehaufstehen. Aber das haben wir wieder nicht so richtig hinbekommen. Trotzdem, frueh genug um alles zu sehen. Wann immer wir uns den Wecker stellen, wirds so ca. ne Stunde spaeter. :-) Ich glaub, diesen Zustand nennt man "Urlaub", liebe Daheimgebliebene. Ich schweife ab. Um den buddhistischen Gottheiten nicht vollstaendig fertig und verschwitzt gegenueber zu treten, sind wir die halbe Hoehe mit dem Bus gefahren und nur die zweite Haelfte gelaufen. Wer den Berg kennt, weiss, dass es da Quadrillionen von Stufen gibt, noch dazu in verschiedensten Stufenhoehen. Dies und die Sonne die zu der (gefuehleten) fruehen Stunde stark schien fuehrten dazu dass wir nach 2 (?) Stunden doch nicht ganz frisch in die Tempel einzogen. Aber das Bergsteiger-Feeling, das war da. Auf der Spitze gibt es einige Tempelanlagen, Glockentuerme, Kloester und jede Menge chinesisches Touri-Zeugs. Wir haben mal von in jede Richtung geschaut, ein kleines Konzert in einem Tempel gehoert und jede Menge Fotos gemacht. Weil wir mit Tai Shan zum ersten Mal etwas von den Grossstaedten weg sind, wurden wir auf nicht zu selten mehr oder weniger verstohlen zum Objekt fotografischer Begierde. Besonders die Blonde Katha zieht hier (ich moechte sagen noch mehr als ohnehin schon) Blicke auf sich. Lenkt auf jeden Fall ein wenig von meiner von einer Wolfsburger Friseurin verschandelten Frisur ab und Katha gewoehnt sich langsam dran. Warum schwafel ich heute eigentlich so viel? Also, Tai Shan. Nach ein 2 oder 3 Stunden rumlaufen haben wir dann die Rueckreise an den Busbahnhof angetreten, pilgermaessig stil-gerecht mit einer Gondel-Bahn, die die ermatteten aber erleuchteten Seelen von der Bergspitze abtransportiert. Auf der naechtlichen Busfahrt von Taishan nach Beijing haben wir dann noch gelernt, dass ein chinesisches Sprichwort besagt, dass nur ein Mann sei, der einmal auf dem Taishan gewesen ist. Ihr duerft uns also gratulieren.

Vor der Busfahrt hatte ich ja etwas Angst, weil ich bei sowas nie schlafen kann. Aber es gab schon bei unserer Ankunft keine Bahntickets mehr und in freudiger Erwartung auf Kathas bessere Haelfte Lars und auf Nicole (Beide wurden wir in Beijing am Montag treffen)mussten wir irgendwie in dieser Nacht nach Beijing kommen. Um sieben gings los, bis ca. halb vier nachts waren wir unterwegs und es gab so wenig Schlaf wie vorher schon vermutet, auch weil auf der ersten Haelfte der Fahrt sinusfoermig zwischen 15 und 35 Grad schwankte (T=10Min) und auf der zweiten Haelfte auf 35 Grad verharrte. Ueber die ersten Stunden hat dabei noch das voellig diffuse chinesische Fernsehprogramm hinweggetroestet. Bei diesen Filmen ist die Handlung entweder exzessiv sinnlos oder voellig unverstaendlich. Und das liegt nicht nur daran, dass man nix versteht und der englische Untertitel ueber 10 Sitzreihen auch nicht wirklich mehr erkennbar ist. Weitere Unterhaltung brachten kurze Gespraeche mit den umliegenden Sitznachbarn, bei denen ich mir mein regelmaessiges Lob zu meinen Chinesisch-Kenntnissen abhole. Mittlerweile gelegentlich auch auf Englisch, weil die Guten wohl merken, dass ichs auf Chinesisch nicht immer verstehe. Naja, nett sind sie ja, die Chinesen. Unterbrochen wurde die Fahrt von regelmaessigen Polizeikontrollen, an die ich mich aus meinem letzten China-Urlaub nicht erinnern kann. Vielleicht liegts ja an Olympia und an der Tatsache, dass wir in die Hauptstadt fuhren. Fakt ist allerdings, dass die Kontrollen ebenso haeufig wie sinnlos sind. Beim Scannen meines Rucksacks mit einem Metalldetektor brachte der nur zwei kurze Pieps hervor. Festplatte, Netzgeraete und Minilaptop sind ihm wohl entgangen, diesem Spielzeuggeraet. Und zu allem Ueberfluss haben wir dann im Bus noch in meinen Geburtstag reingedoest. Spektakulaer. Nach 20 Min warten vor dem Busbahnhof haben wir uns dann einem Taxifahrer anvertraut, dem wir erstmal zeigen mussten wo Nicoles Adresse denn ist, weil er vorher der Meinung war, diese Strasse existiere nicht. Gut, dass wir vorher noch mal google-earth befragt hatten. Ein netter Portier (Nicole hat auch noch eine Putzfrau und eine Uebersetzerin fuer die Putzfrau...) durften wir dann in ihr leicht zerknautschtes Gesicht schauen: Wir sind angekommen im nacholympischen Beijing!

PS: Bilder gibst, wenn ich die anderen wiedergefunden habe.

PPS:Voila. Die Anderen waren im verabredeten Restaurant, aber in einem private Room, in den man mich nicht gelassen hat. :-( Nix Pekingente für Jörn.

SuzhouundTaian

1 Kommentar:

Fred hat gesagt…

Gratuliere Jörn :)